Die craniosacrale Therapie ist eine ganzheitliche osteopathische Methode. Die Griffabfolgen und -kombinationen kommen in diesem Therapieverfahren ohne eine Mobilisation des Gewebes aus, sie sind haltender Natur und erfolgen in Ruhe und Sanftheit. Der Körper nutzt seine ihm inne wohnende Weisheit, greift das ihm gemachte Angebot auf und beginnt, sich zu regulieren bzw. zu reorganisieren. Das Augenmerk liegt auf dem Verbund, den Schädel/Kopf (cranium), Kreuzbein (sacrum) und die Wirbelsäule dazwischen, bilden. Schon über die Behandlung des zentralen Nervensystems und der Schädelstrukturen gelingt es, im gesamten menschlichen System Regulation hin zur Gesundheit zu bewirken. Auch die Behandlung der organbezogenen (viszeralen) und faszienbezogenen (parietalen) Strukturen sind wichtige Bestandteile der craniosacralen Therapie.

In einer craniosacralen Behandlung findet eine respektvolle Begegnung von Herz zu Herz zwischen dem Behandelten und dem Therapeuten statt. Das gesamte System kommt seinen Möglichkeiten entsprechend ins Gleichgewicht. Die Behandlung spricht das Immunsystem, das Nervensystem, das Lymphsystem, die Faszien, die Knochen, das Bindegewebe, das Zwischen- und Intrazelluläre Gewebe und das Gefäßsystem an. Diese unterschiedlichen Strukturen und Gewebe beginnen, verstärkt miteinander zu interagieren, Selbstheilungskräfte werden aktiviert und die Ressource "Gesundheit" wird geweckt oder gestärkt.

In einer craniosacralen Behandlung kann jeweils eine individuelle Spürerfahrung gemacht werden, der Körper und seine inneren Vernetzungen (neu) kennen gelernt werden und sogar emotionale oder situative Erkenntnisse können erfahrbar werden. So lassen sich neben körperlichen Symptomatiken auch Lebenssituationen und -themen erfassen und lösen.

Die terapeutischen Beziehungsebenen des craniosacralen Systems sind der  

  • Craniosacrale Rhythmus: er entsteht, indem Liquor (Gehirnwasser) in die Gehirnkammern gelangt und von dort in den Organismus abgegeben wird. Dies geschieht rhythmisch in einem Zyklus von ca. 6-12 mal pro Minute. Der craniosacrale Rhythmus ist an verschiedenen Stellen des Körpers tastbar.                                                                                                                  
  • Die Mid Tide ist ein langsamer Rhythmus von ca. 2-3 Zyklen pro Minute und kann oft bemerkt werden, wenn schon ein gewisses Maß an körperlicher und emotionaler Entspannung während der Behandlung eingetreten ist. Das Flüssigkeitssystem harmonisiert sich.                                                                                                                                                                                 
  • Die Long Tide mit einem Zyklus von ca. 100 Sekunden wird transparenter als die Mid Tide erlebt, man könnte sagen luft- oder gasähnlich. Sie ist in der Stille des Flüssigkeitskörpers wahrnehmbar.

Der craniosacrale Rhythmus lässt den Therapeuten v.a. strukturelle, körperorientierte Informationen erkennen (z.B. Verklebungen, Energiestau, Blockaden, Befindlichkeiten von Organen, Bewegungen der Knochen). Die Mid Tide konzentriert sich auf die Verteilung, Harmonisierung und Ausdehnung der Flüssigkeiten im körprlichen System und der energetischen Hülle um den Körper. Die Long Tide lässt unsere wahre Lebenskraft, unser Lebenspotential erahnen und kann begrifflich auch mit de "Atem des Lebens" gleichgesetzt werden. Hier treten strukturelle Merkmale eher in den Hintergrund, es geschieht vielmehr ein "großes Wogen" in und um den Körper, das unser seelisches Potential und unsere ganzheitliche Gesundheit bezeugt.

Craniosacrale Therapie kann umfassend bei den meisten Erkrankungen und Beschwerdebildern angewandt werden. Klassische Behandlungsgebiete sind z.B. Probleme des Bewegungsapparates, Organerkrankungen, rheumatische Zustände, Fibromyalgie, Zyklusbeschwerden, Erschöpfungszustände und emotionale Belastungen, sowie vor- und nachgeburtliche Betreuung schwangerer Frauen. Craniosakrale Therapie können Kinder und Erwachsene jeden Alters in Anspruch nehmen.